Lebensgefühl

5 Ideen für ein Date mit dir selbst

Gute Zeit mit dir selbst

In meinem letzten Artikel ging es um dein Verhältnis zur Zeit und wie du bei deiner Zeitplanung wieder mehr die Zügel in die Hand nehmen kannst. In diesem Zuge habe ich kurz beschrieben, wie wichtig es ist, dir auch genug Zeit mit dir selbst zu reservieren.

Besonders in hektischen Zeiten ist es oft schwer, die Verbindung mit dir selbst zu pflegen.

Wie schnell schaltet man in den Automatik-Modus und funktioniert nur noch. Eigene Bedürfnisse werden zurück gestellt und Signale des Körpers und der Seele nach Ruhe und Erholung ignoriert.

Wenn du das lange genug tust, läufst du irgendwann ein wenig wie ein Zombie durchs Leben. Du spürst deine Gefühle nicht mehr so intensiv. Du lachst seltener und genießt seltener schöne Augenblicke.

Vielleicht nimmst du diese auch nicht einmal mehr als solche wahr. Du hast zunehmend das Gefühl, dass du irgendwie neben dir stehst.

Es ist zwar dein Leben – aber du bist nur noch ein Beobachter darin.

So ein Zustand führt in vielen Fällen zum Burnout, wenn er lange genug andauert. Das Gefühl, die Verbindung zu dir selbst und deinem Leben verloren zu haben, lässt dich nämlich über kurz oder lang depressiv werden.

Aber so weit muss es ja nicht kommen!

Du liest diesen Artikel ja bestimmt, weil du gut auf dich Acht geben willst. Und du kannst tatsächlich ganz einfach dafür sorgen, dass du mit dir selbst gut verbunden bleibst.

Ein Date mit dir selbst

Ein Date mit dir selbst

Ein bekanntes Zitat des letzten Dalai Lama lautet:

„Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.“

Er rät dir also dazu, dir bewusst Zeit für dich zu nehmen.

Du hast dann sozusagen jeden Tag ein Date mit dir selbst. Manche nennen es auch ihre „Me-Time“.

Wichtig ist nur, dass diese Zeit ganz allein dir gehört. Und damit meine ich auch kein Facebook oder andere Social Media. Kein Fernseher, der dich von dir selbst ablenkt.

Und auch beim Lesen bin ich pingelig. Bücher und Artikel können natürlich etwas in dir anstoßen und dich weiter bringen. Wenn ich das nicht glauben würde, hey, warum sollte ich schreiben?

Aber bei diesem Date mit dir selbst geht es mir um etwas anderes.

Es geht um das, was du denkst und fühlst. Es geht darum, wie es dir geht und was dich beschäftigt. Darum, was du für Wünsche und Träume hast und was dich vielleicht auch gerade in deinem Leben stört.

Es geht eben einfach nur um dich.

Bei einem Date mit einem anderen Menschen würdest du dich ja auch nur für dein Gegenüber interessieren und nicht lesen, oder?

Ich mag dieses Bild vom Date, weil es etwas unterstreicht, das mir wichtig ist: Ein Date hast du ja normalerweise nur mit einer Person, die dich brennend interessiert.

Und genau darum geht es: In dieser speziellen Ich-Zeit interessierst du dich bewusst mal nur für dich selbst!

Das muss auch gar nicht wahnsinnig viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein paar Minuten am Tag oder vielleicht eine halbe Stunde ist schon einmal ein guter Anfang.

Ich nehme mir z. B. nach dem Frühstück meine Kaffe-Tasse und setze mich für eine halbe Stunde an einen schönen Ort in meiner Wohnung. Diese halbe Stunde gehört nur mir allein und so in den Tag zu starten, gibt mir schon unheimlich viel.

10 wertvolle Ideen für deine Me-Time

Nun habe ich mich lang und breit dafür stark gemacht, was du in dieser kostbaren Zeit mit dir selbst lieber nicht tun solltest. Schön und gut – was aber fängst du denn nun damit an?

Zunächst einmal: Deine Zeit mit dir selbst gehört dir!

Du kannst damit alles tun, was sich gerade gut anfühlt. Und wenn das einfach nur da sitzen und nichts tun ist, dann mach genau das.

Ideen von Effektivität haben hier nämlich nichts verloren.

Trotzdem gibt es das ein oder andere, was dich vielleicht noch näher zu dir selbst bringt. Dinge, die dich einladen, dich auf einer ganz anderen Ebene als im Alltag mit dir zu befassen.

Ein paar Ideen hierzu habe ich im Folgenden für dich gesammelt. Das sind alles Dinge, die ich selbst gerne tue in meiner Me-Time und die ich wertvoll finde.

Du brauchst dazu nichts weiter, als dich selbst und Lust, dich darauf einzulassen. Versuch einfach, was dich davon anspricht.

Vielleicht lernst du ja so völlig neue Seiten an dir kennen und schätzen. Mir jedenfalls ging es so.

1) Eine Seite im Journal schreiben

Journaling

Tagebuch schreiben oder auch Journaling, wie es heute gerne genannt wird, ist eine sehr gute Gelegenheit, deinen inneren Status zu reflektieren.

Schnapp dir einfach ein leeres Notizbuch oder ein eigens dafür angeschafftes schönes Buch mit leeren Seiten und schreibe eine halbe Stunde lang auf, was dir in den Sinn kommt.

Oder du nimmst dir vor, jeden Tag eine Seite mit den Gedanken des Tages zu füllen.

Es ist nicht nötig, dabei den guten alten „Liebes Tagebuch“-Stil zu nutzen, aber natürlich kannst du das tun, wenn es sich für dich richtig anfühlt.

Wenn du einfach aufschreibst, was dir gerade durch den Kopf spukt, erfährst du eine Menge über dich selbst. Was dich gerade beschäftigt hat so einen festen Ort in deinem Tagesablauf und wird von dir wahrgenommen.

Wenn du das zu einer täglichen Routine ausbaust, wirst du dich mit der Zeit richtig gut kennen lernen. Aber auch wenn du nur ab und zu deine Gedanken schriftlich festhältst, wirst du Entwicklungen und immer wieder kehrende Themen, die vielleicht mehr Aufmerksamkeit in deinem Leben verdienen, leichter ausmachen können.

Das ist übrigens genau das, was ich in meiner morgendlichen halben Stunde mit mir selbst tue. Und ich finde, das ist eine sehr gute Art, meinen Tag ganz in Ruhe allein mit meinen Gedanken zu verbringen.

Nebenbei habe ich noch einen weiteren positiven Aspekt für mich fest gestellt: Mein Kopf ist danach frei und kann sich konzentrierter mit anderen Dingen befassen.

2) Atmen

Bewusstes Atmen kann ungemein entspannend sein, aber nicht nur das allein.

Wenn du deine Gedanken voll und ganz auf deinen Atem konzentrierst, huschen sie nicht einfach mit dir davon und du bleibst im Hier und Jetzt. Der Atem ist dann sozusagen dein Anker und dein Kopf wird klar und frei von Sorgen für eine Weile.

Kein Auswerten der Vergangenheit und keine Planung für die Zukunft. Einfach nur im Augenblick existieren und atmen.

Einige Zeit so bewusst zu atmen kann ein wunderbarer Auftakt für deine Zeit mit dir selbst sein.

Es mag dir am Anfang vielleicht schwer fallen, einfach nur zu atmen und an nichts anderes zu denken dabei.

Konzentriere dich einfach auf die Dinge, die du beim Atmen spüren kannst:

Fühle, wie die Luft beim Einatmen kühl in deine Nase einströmt und beim Ausatmen warm deinen Körper verlässt. Spüre, wie sich deine Rippen beim Einatmen dehnen und dann wieder entspannen. Wie sich dein Bauch erst hebt und dann senkt.

Und versuche dabei nicht, in einem bestimmten Rhythmus zu atmen am besten. Lass deinen Atem einfach nur kommen und gehen.

Manchen Menschen hilft es auch, wenn sie beim Einatmen bewusst „Ein“ denken und beim Ausatmen dann „Aus“. Oder du kannst auch deine Atemzüge gedanklich mitzählen.

Vermutlich werden dir dabei andere Gedanken kommen, die dich wieder von deinem Atem weg führen.

Dann nimm ruhig kurz wahr, worum sie sich drehen. Und kehre wieder mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Atem zurück. Immer und immer wieder.

Irgendwann versteht dein Kopf dann, dass jetzt nicht die Zeit ist, über die Vergangenheit oder das Morgen nachzudenken.

Hast du eine Weile lang so bewusst geatmet, wirst du mit einer tiefen inneren Ruhe belohnt und kannst dich nun noch viel besser dir selbst widmen.

Ich mache so eine Atembeobachtung übrigens auch gerne in meinen Pausen. Danach bin ich viel enger bei mir, fokussierter und auch wacher.

3) Träumen

Träumen

Tagträume verunsichern viele Menschen.

Wenn sie sich dabei ertappen, dass sie minutenlang vor sich hin gestarrt haben und mit den Gedanken irgendwo waren, wo es schön ist oder sie sich am Ziel ihrer Wünsche sahen. Dann stellt sich schnell ein schlechtes Gewissen ein, weil man ja Zeit vergeudet hat mit „nichts“ tun.

Stimmt nicht. Träumen ist nicht nichts tun.

Träume bringen dich nämlich weiter.

Sie zeigen dir, was du dir wünschst und wo du dich gerne sehen würdest. Sie malen Bilder von deinem idealen Leben oder zeigen dir Ziele, die zu erreichen du dir im tiefsten Inneren wünschst.

Du kannst deine Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen viel klarer erkennen, wenn du dir Zeit nimmst, einfach mal vor dich hin zu träumen.

Vielleicht gibt es Bilder, die immer wieder auftauchen und denen du dann auch wirklich nachgehen willst.

Bei mir war es so mit dem Schreiben. Daher bin ich auch sehr froh, dass ich mir das Träumen immer bewahrt habe.

4) Dankbar sein

Manche nutzen ihr Tagebuch auch für eine spezielle Art des Journaling: Das Dankbarkeits-Journal.

Dabei werden jeden Tag die Ereignisse, kleinen Dinge des Lebens und Momente notiert, für die man dankbar ist.

Besonders wenn du gerade eine eher pessimistische Phase hast, ist das eine sehr gute Übung. Sie öffnet den Blick wieder für die schönen Seiten des Lebens. Danach fällt es meist deutlich schwerer, alles nur schwarz zu sehen.

Und wenn du das regelmäßig machst, bessert sich deine Stimmung tatsächlich enorm dadurch.

Am besten funktioniert das, wenn du im Vorfeld eine Anzahl festlegst. Zum Beispiel kannst du das Ganze mit „5 Dinge, für die ich dankbar bin“ überschreiben.

Möglicherweise fallen dir nicht auf Anhieb 5 Dinge ein, das kann gut sein.

Ich tue mich da auch manchmal schwer. Es erfordert an manchen Tagen schon wirklich intensives Nachdenken, bis einem einfällt, was einem alles so Gutes begegnet am Tag.

Und ja – es sind vor allem die kleinen Dinge, die hier zählen.

Vielleicht hat dir jemand geholfen oder dich einfach nur angelächelt. Vielleicht war schönes Wetter und du hast dich über den Sonnenschein gefreut. Oder du hattest einen ruhigen und entspannten Tag ohne Katastrophen.

All dies sind Dinge, für die du dankbar sein kannst.

Wenn sich deine Liste dann mehr und mehr füllt, wirst du merken, dass du schon beginnst, die Welt mit etwas offeneren Augen zu sehen.

Und je öfter du diese kleine Übung machst, umso mehr wirst du die schönen Dinge in deinem Leben auch entdecken.

5) Die Wohlfühl-Liste hervor holen

Wohlfühlen

Manchmal möchte man einfach nur auftanken. Und was könnte dafür besser geeignet sein, als ein Date mit dir selbst?

Ich habe mir für diesen Fall extra eine kleine Liste mit Dingen, die mir gut tun, erstellt. Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir Kraft geben oder mich kolossal entspannen.

Das kann ein heißes Bad sein und mich danach so richtig von Kopf bis Fuß pflegen. Oder eine bestimmte Teesorte genüsslich und in Ruhe bei Kerzenlicht trinken.

Mir etwas richtig leckeres kochen oder auch einfach mal den Pizza-Dienst rufen, wenn mir danach ist.

Mit meiner Katze auf dem Bauch einfach auf dem Sofa liegen und träumen. Oder auch einen spontanen Spaziergang im Wald machen.

Ich denke, du kennst auch ein paar Dinge, von denen du weißt, dass sie dir so richtig gut tun.

Manchmal fallen sie dir aber nicht gut ein, wenn du gerade gestresst bist oder zu viel im Kopf hast.

Schreib sie dir deshalb einfach auf eine Liste und hole sie dann hervor, wenn du es dir bei deinem Date mit dir selbst einfach nur richtig gut gehen lassen willst. Und dann tu von diesen Dingen, wonach dir gerade ist.

Es ist ein wirklich gutes Gefühl, sich selbst einfach mal ein wenig zu verwöhnen.

Mach deine Zeit mit dir zu etwas Besonderem

Ich hoffe, es war etwas für dich dabei, das dir Lust zum Ausprobieren gemacht hat.

Vielleicht sind dir beim Lesen auch völlig andere Ideen für deine Me-Time gekommen. Dann probiere sie einfach mal aus. Schau, wie es dir damit geht.

Es gibt natürlich kein Richtig und kein Falsch dabei.

Das ist schließlich deine ganz persönliche Zeit. Wichtig ist eigentlich nur eines: Dass du eine gute Zeit mit dir selbst hast!

Deine

Unterschrieben mit Viola

About Viola Drese-Holstein

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